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Presseinformation 15.05.08

NABU legt Maßnahmenkatalog zum Erhalt der biologischen Vielfalt vor

Berlin, 15.5.08 - Kurz vor Beginn der neunten UN-Weltnaturschutzkonferenz in Bonn hat der NABU einen umfangreichen Aktionsplan zum Erhalt der Artenvielfalt in Deutschland vorgelegt. Die Studie wurde von der Gregor Louisoder Umweltstiftung finanziert.

Obwohl die Rückgangsursachen weitgehend bekannt sind, hat sich die Situation der Tier- und Pflanzenwelt in den vergangenen Jahren weiter deutlich verschlechtert, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Damit sei zu befürchten, dass die Zielvorgaben der europäischen Regierungschefs, wonach das Artensterben bis zum Jahr 2010 in Europa aufgehalten werden solle, klar verfehlt werden. Mit seinem Masterplan 2010 habe der NABU einen konkreten Maßnahmenkatalog entwickelt, der die notwendigen Schritte zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland aufzeige. Die Umsetzung des Masterplans müsse sofort angegangen werden, damit die Weichen bis zum Jahr 2010 richtig gestellt seien.

Mit einer Gefährdungsrate von rund 40 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten erreicht Deutschland einen der europäischen Spitzenwerte. Analog zum Klimaschutz muss die Bundesregierung daher ein Integriertes Programm zur Entwicklung der Biodiversität verabschieden, das alle Ressorts zur Überprüfung ihrer Politik verpflichte. Im einzelnen enthält der Masterplan folgende Forderungen:

Unbewirtschaftete Wälder müssen auf zehn Prozent der Waldflächen eingerichtet werden. Daneben fordert der NABU die Schaffung von ökologischen Rückzugsräumen in der Landwirtschaft. Wir müssen in Deutschland wieder mehr Wildnis wagen. Zu diesem Zweck sollten großflächige Naturentwicklungsgebiete eingerichtet werden, in denen der Ablauf natürlicher Prozesse oberste Priorität hat. Vor dem Hintergrund des Klimawandels müssen zudem verstärkt Synergieeffekte zwischen Klimaschutz und Naturschutz genutzt werden, wie zum Beispiel durch die Erhaltung und Renaturierung von Mooren als wichtige Kohlenstoffspeicher.

Neben den Maßnahmen für einzelne Lebensräume muss das Thema Artenvielfalt bundesweit breit in die Öffentlichkeit getragen werden. Dazu sollte ein Bundesprogramm Biologische Vielfalt aufgelegt werden.

Der vollständige Masterplan kann im Archiv unter Studien > 2008 kostenlos als pdf-Datei heruntergeladen werden.


Ihr Ansprechpartner für Rückfragen:
Florian Schöne, NABU-Bundesgeschäftsstelle
Tel. 030-284984-1615
e-mail: florian.schoene@nabu.de

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