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Presseinformation 16.09.05

Förderpreis Umweltjournalismus vergeben

Ursula Barth, Monika Offenberger und Josef Siebler überzeugten die Jury mit besonders engagierten Beiträgen.


Der Förderpreis Umweltjournalismus wurde heute in München an Ursula Barth (Mannheimer Morgen, 1.Preis), Dr. Monika Offenberger (freie Journalistin, München, 2. Preis) und Josef Siebler (Südkurier, Redaktion Konstanz, 2. Preis) verliehen. Einen Sonderpreis erhielt die Redaktion der tageszeitung für ihre Serie "Grüne Gentechnik".

Mit dem Förderpreis Umweltjournalismus will die Gregor Louisoder Umweltstiftung kompetente und kritische Berichterstattung zu Brennpunkten des Umweltschutzes fördern, er ist mit insgesamt 12000 Euro dotiert.

"Grosse Anzeigenkunden und Lokalpolitiker gewinnen immer mehr Einfluss auf die Tageszeitungen - wo keine qualifizierten und engagierten Journalisten sitzen, werden Pressetexte aus Politik und Wirtschaft einfach übernommen", so Claus Obermeier, Vorstand der Stiftung, zur Preisverleihung: Gerade die "heissen Eisen" wie Konflikte zwischen Bauplanungen und dem Naturschutz werden dann oft nur noch aus der Sicht der Investoren dargestellt. Dabei wird nach Ansicht der Gregor Louisoder Umweltstiftung die Bedeutung der Massenmedien für den Umweltschutz immer wichtiger: Da der Zeitungsleser meist nicht über die nötigen Hintergrundinformationen verfügt, um sich mit Detailfragen von Risikotechnologien oder Infrastrukturplanungen beschäftigen zu können, nehmen entsprechende Beiträge in den Tageszeitungen eine zentrale Rolle in der Willensbildung der Bevölkerung ein.

Sie müssen auch einen Gegenpol zu der Informationspolitik der Naturnutzerlobby bilden, die mit hohem finanziellem und personellem Aufwand für direkte und indirekte Werbung ihre Positionen in die Öffentlichkeit trägt und so großen Einfluss auf die Umweltpolitik gewonnen hat.

In dieser Situation zeichnet die Gregor Louisoder Umweltstiftung drei Journalisten, die sich mit entsprechend kompetenten und kritischen Beiträgen außergewöhnlich für den Umweltschutz engagiert haben, mit Förderpreisen in Höhe von insgesamt 12000 Euro aus, es wurden ein erster Preis, zwei zweite Preise und ein Sonderpreis vergeben (siehe unten). Bewerbungsgrundlage waren die im Jahr 2004 erschienenen Beiträge in einer deutschsprachigen Tageszeitung. Die nächste Preisverleihung findet im Sommer 2007 (Bewerbungsschluss: 1.3.07) statt.

Jury: Stephan Börnecke (Redakteur Frankfurter Rundschau), Bernd Louisoder (Stiftungsrat der Gregor Louisoder Umweltstiftung), Dieter Wieland (Film- und Buchautor, Stiftungsrat der Gregor Louisoder Umweltstiftung, Claus Obermeier (Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung, Autor).


1. Preis( 4000€): Ursula Barth, Redakteurin beim "Mannheimer Morgen"
Ursula Barth, geboren am 11.2.1975 in Bonn, studierte Politikwissenschaft und Romanistik in Heidelberg und Paris. Volontariat beim "Mannheimer Morgen". Seit Juli 2004 arbeitet sie dort als Redakteurin im Ressort "Chef vom Dienst". Die Bewerbung von Frau Barth bestand aus mehreren kompetent, engagiert und verständlich geschriebenen Artikeln zu den Themen "Erneuerbare Energien" und "Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten" im "Mannheimer Morgen".


2. Preis (3000€): Dr. Monika Offenberger, freie Journalistin
Dr. Monika Offenberger, geboren 5.12.1961 in Bad Reichenhall, studierte Biologie, freie Mitarbeiterin der Wissenschaftsredaktionen diverser Tageszeitungen und Magazine, Buchveröffentlichungen. Monika Offenberger erhielt einen 2. Preis für ihre Beiträge "Stiller Kampf gegen Windmühlen" (Berchtesgadener Anzeiger) und "Kahlfraß im Wald" (Berliner Zeitung). Beide Artikel setzten sich mit überhöhten Wildbeständen und den Folgen für den Wald auseinander und prangerten die Untätigkeit der zuständigen Jagdbehörden an.


2. Preis (3000€): Josef Siebler, Redakteur beim "Südkurier", Lokalredaktion Konstanz
Josef Siebler, geboren am 16.3.1961 in Großschönach, Landkreis Siegmaringen, studierte Politik und Deutsch, seit 1990 Lokalredakteur beim Südkurier. Josef Siebler erhielt einen 2. Preis für seinen Beitrag im "Südkurier" zum Thema "Natura 2000". Schonungslos deckte er die Machenschaften von Landes-und Regionalpolitikern auf, die mit allen möglichen Halb- und Unwahrheiten gegen die Ausweisung des Untersees (Bodensee) als FFH-Schutzgebiet Stimmung machten.


Sonderpreis (2000 €): taz-Redaktion
Die Serie "Grüne Gentechnik" wurde von den taz-Redakteuren Wolfgang Löhr und Bernhard Pötter konzipiert und redaktionell betreut, Autoren waren in alphabetischer Reihenfolge: Klaus Ammann, Gerhard Dilgner, Jürgen Dahl, Hanna Gersmann, Thomas Gerlach, Gabriele Lesser, Wolfgang Löhr, Ingo Malcher, Bernhard Pötter, Michael Streck, Matthias Urbach.
Die taz erhielt einen Sonderpreis, da sich die Bewerbung wegen der Teamarbeit von 11 Autoren nicht in die Ausschreibung einordnen lässt, aber wegen der außergewöhnlich kompetenten und engagierten Bearbeitung des Themas "Grüne Gentechnik" unbedingt preiswürdig ist. Aus der Juryentscheidung: "Sie gibt einen präzisen Einblick in die weltweiten Strategien der Chemie- und Saatgut-Konzerne, zeigt, wie man Politiker weich klopft und Verbraucher in die Irre führt, mit dem Ziel maximalen Profits".


Ihr Ansprechpartner für Rückfragen:
Claus Obermeier, Vorstandsvorsitzender
Email info@umweltstiftung.com
Tel. 089/54212142
Fax 089/52389335

Weitere Informationen zur Gregor Louisoder Umweltstiftung und zum Förderpreis Umweltjournalismus finden Sie unter www.umweltstiftung.com.

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